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Nichts wie hin zur Hindenburg

Wir haben ganz neuen Respekt vor Ralph Siegel. Dass er einer der ganz großen deutschen Komponisten ist, war uns schon immer klar. Zehnmal Top Ten beim Eurovision, darunter der legendäre Sieg von Nicole. Dank ihm tanzen wir die Fiesta Mexicana, werfen nach sieben Flaschen Wein, die Gläser an die Wand und grölen „Moskau“ oder spielen mit Katja Ebstein „Theater“. Jetzt hat das Urgestein des deutschen Schlagers zusammen mit Hans Dieter Schreeb ein Musical geschrieben und gestern im legendären Berliner Wintergarten im Rahmen einer szenischen Lesung vorgestellt.

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„Zeppelin“ erzählt auf zwei Ebenen die tragische Geschichte der Hindenburg, die 1937 über Lakehurst explodierte. Zum einen erlebten wir das abenteuerliche Leben des Grafen Ferdinand von Zeppelin und die Entstehungsgeschichte der nach ihm benannten Luftschiffe. Zum anderen waren wir direkt an Bord der Hindenburg und lernten Personen wie die amerikanische Journalistin Kathy, den UFA-Star Hanna und ihren eifersüchtigen nationalsozialistischen Ehemann Grivius oder die halbjüdische Sängerin Emmy kennen.

Wir sind vollends begeistert von den eingängigen Melodien und der superspannenden Geschichte. Unterschiedliche Stilelemente und Rhythmen, teils englisch, teils deutsch gesungen, haben uns in die USA, nach Deutschland und natürlich an Bord der Hindenburg entführt. Siegels besondere Stärke, Songs für starke Frauen zu schreiben, stellt er auch hier wieder unter Beweis. Gänsehaut pur, als sich Hanna von ihrem Mann trennt und ihm in einer bewegenden Ballade vorwirft, er hätte sie nie wirklich geliebt, oder als Kathy den Mitreisenden von ihrer Heimat New York vorschwärmt. Würde man nicht wissen, dass die Hindenburg am Ende explodiert, würde man sich fast wünschen, dort mitreisen zu dürfen…. Wir freuen uns auf die fertig inszenierte, finale Bühnenversion von „Zeppelin“.